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Schizophrenie - die Krankheit behandeln

Asmus Finzen

Nach wie vor geistert der Mythos der Unheilbarkeit von allem, was mit Schizophrenie zu tun hat, durch die Öffentlichkeit. Schliesslich sind auch die therapeutischen Bemühungen von zahlreichen Hausärzten, klinischen Psychologen und Psychiatern nicht selten durch einen ebenso hartnäckigen wie unberechtigten Defätismus gekennzeichnet.

Diese Hindernisse zu überwinden, ist vorrangiges Ziel dieses Buches, das sich, wie seine Vorgänger »Schizophrenie. Die Krankheit verstehen« und »Psychose und Stigma« an Kranke und Angehörige, Therapeutinnen und Therapeuten und die interessierte Öffentlichkeit wendet. Es will die Motivation der Kranken stärken, gemeinsam mit ihren Behandelnden einen Weg zu suchen, mit der Krankheit zu leben und sie, wo immer möglich, zu überwinden oder doch zu kontrollieren. Es will die Angehörigen von Psychosekranken ermutigen, die Geduld und Hoffnung aufrechtzuerhalten. Es appelliert an die Behandelnden, nicht vorschnell vor der Krankheit, vor unzureichender Kooperations-bereitschaft, vor Behandlungsverweigerung und Therapieabbrüchen, vor »Uneinsichtigkeit«, vor Rückfällen, vor »Therapieresistenz« oder unzureichendem Therapieerfolg zu kapitulieren.

Wenn alle Möglichkeiten der Behandlung ausgeschöpft werden, haben fast alle Schizophreniekranken eine Chance auf ein besseres Leben mit ihrer Krankheit. Finzens Ansatz: Schizophrenietherapie muss integrativ sein. Sie verlangt das Zusammenwirken von Kranken, Therapeuten, Angehörigen und des näheren sozialen Umfeldes. Sie besteht aus psychotherapeutischer Betreuung und Behandlung, einer Fülle von sozio­ und milieutherapeutischen Massnahmen und aus Medikamentenbehandlung. Diese therapeutischen Handlungen erfolgen nicht nacheinander, sondern gleichzeitig. Deswegen stellt Finzen sie auch nicht unabhängig von einander oder nebeneinander in Einzelkapiteln vor. Vielmehr folgen sie der Chronologie des Krankheitsverlaufes von der Diagnosestellung über die Erstbehandlung zur Wiederherstellung – bei chronisch rezidivierendem Verlauf über den Rückfall, die Möglichkeiten der Rückfallprophylaxe zur längerzeitigen Perspektive des Lebens mit der Krankheit.

Der Autor
Asmus Finzen, Jg. 1940, ist stellvertretender Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Basel, Leiter des Bereichs Allgemeine Psychiatrie und Professor für Sozialpsychiatrie. Asmus Finzen hat zahlreiche Fachbücher und Aufsätze verfasst.        

Herausgeber Psychiatrie-Verlag


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